Vergleich der Auswahlverfahren

Nicht-zufallsgesteuerte Auswahlverfahren
Auswahlverfahren Vorteile Nachteile
willkürliche Auswahl
  • Nach den Ansprüchen wissenschaftlich durchgeführter Sozialforschung gibt es keine Vorteile dieses Verfahrens.
  • Erfüllt keine der vier Anforderungen einer guten Stichprobenkonstruktion. Für wissenschaftliche Zwecke nicht verwendbar.
Bewußte Auswahl
  • Geringer Aufwand
  • geringe Kosten
  • detaillierte Sammlung von Informationen über besonders "interessante" Fälle möglich
  • Einsatz in explorativen Vorstudien angemessen und notwendig
  • Kenntnisse über die Struktur der Grundgesamtheit absolut notwendig, da sonst nicht entscheidbar ist, welche Fälle als besonders "interessant" oder "wichtig" bewertet werden sollen
  • Repräsentativität bewußter Stichproben ist nicht gesichert
  • Statistische Kontrolle des Auswahlverfahrens ist nicht möglich
Quoten-Auswahl
  • Billigeres und schnelleres Verfahren als zufallsgesteuerte Verfahren. Wird sehr häufig von Marktforschungsinstituten verwendet. Repräsentativität wird von anwendenden Instituten als hoch eingeschätzt.
  • Vorkenntnisse über Verteilung der Quotierungsmerkmale sind unverzichtbar
  • Verzerrungen der Stichprobe durch nicht kontrollierbare Auswahlen von Personen durch die Interviewer möglich
  • Keine statistische Berechnung des Auswahlfehlers möglich



Zufallsgesteuerte Auswahlverfahren
Auswahlverfahren Vorteile Nachteile
Einfache Zufallsauswahl
  • Keine Kenntnisse über Grundgesamtheit notwendig
  • Auswahlfehler kann statistisch berechnet werden
  • Repräsentativität für alle Merkmale und Merkmalskombinationen im Rahmen zufälliger Schwankungen gesichert
  • Ausfälle können meistens nur durch bewußt ausgewählte Fälle ersetzt werden. Dies verletzt das Prinzip der Zufallsauswahl!
  • Durch Vorbereitung und längere Durchführung hohe Kosten
  • Seltene Extremgruppen weisen häufig zu geringe Fallzahlen für Auswertung auf
  • Geringere Aktualität
Klumpenauswahl
  • Ermöglicht die Miterhebung von sozialen Kontexten (Klumpen)
  • Ermöglicht Zugang zu Erhebungseinheiten, über die keine Listen existieren
  • Klumpeneffekt
Geschichtete Auswahl
  • Teilgruppen können mit gleichen Anteilen wie in der Grundgesamtheit erhoben werden
  • Interessante Randgruppen können durch disproportionale Schichtung stärker berücksichtigt werden
  • Verringerung des Schätzfehlers
  • Verringerung des Stichprobenumfangs möglich (schnellere Durchführung, weniger Kosten)
  • Kenntnisse über die Schichtungsmerkmale notwendig


Eigene Darstellung in Anlehnung an Kromrey (2001).

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Katrin Golsch 18. Oktober 2002