Laufende Forschungsprojekte

  1. Soziologie des Konsums und Lebensstandard in Deutschland (2012-2015)
  2. Die Nachfrage nach wohlfahrtsstaatlicher Politik in alternden demokratischen Gesellschaften (2008-2010)
  3. Datenbank Makroindikatoren (2007-2008)
  4. Working Poor in Western Europe (2006-2008)
  5. Macht in Partnerschaften und ihre Zusammenhänge mit Finanzorganisation und Hausarbeitsverteilung (2005-2007)
  6. Die ökonomischen Risiken von Trennung und Scheidung im Ländervergleich (2003-2005)
  7. Wozu Statistik? Antworten aus sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften (2000-)



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Projekt "Soziologie des Konsums und Lebensstandard in Deutschland", gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projektleiter: Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß, Mitarbeiter: Katharina Hörstermann), 2012-2015

Während die Einkommensstruktur in Deutschland relativ ausführlich erforscht ist, gibt es bezüglich der Sozialstruktur der Einkommensverwendung nur wenige, überwiegend unsystematische Untersuchungen. Die Differenzierung ist u. E. insofern bedeutsam, als dass der Konsum vermehrt als geeigneter Wohlstandsindikator verhandelt wird. Das Projekt soll diese Lücke schließen und insbesondere folgende Fragen beantworten: (i) Wie entwickeln sich Sparen und Konsum im Zeitverlauf in Deutschland? (ii) Welchen Lebensstandard können sich Haushalte unterschiedlicher Einkommensbereiche leisten? und (iii) Spiegelt sich die Polarisierung der Einkommen auch in den Ausgaben wieder? Des Weiteren wird mittels einer Kohortenanalyse die Veränderung der Konsumausgaben unter Kontrolle demographischer Veränderungen und sich wandelnder Konsumpräferenzen untersucht. Als Datengrundlage dient dabei überwiegend die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe.

Im Zuge der Untersuchungen zur Konsumungleichheit soll ein Armutsindikator entwickelt werden, der auf der Einkommensverwendung basiert. In Verbindung mit den Ergebnissen von Diskussionsgruppen über ein sozio-kulturelles Existenzminimum soll dieser die sozial-politische Armutsdiskussion und die Debatte um die Höhe von Regelleistungssätzen bereichern.

Weitere Informationen und Veröffentlichungen:
  • Hans-Jürgen Andreß, Katharina Hörstermann (2012): Lebensstandard und Deprivation im Alter in Deutschland – Stand und Entwicklungsperspektiven. Zeitschrift für Sozialreform 58(2): 209-34.



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Projekt "Die Nachfrage nach wohlfahrtsstaatlicher Politik in alternden demokratischen Gesellschaften", gefördert aus Mitteln der Fritz Thyssen-Stiftung (Projektleiter: Dr. Achim Goerres, Projektmanagerin: Katrin Prinzen), 2008-2010

In einem zweijährigen Projekt soll die Frage untersucht werden, welchen Einfluss die Alterung einer Gesellschaft auf die Nachfrage nach wohlfahrtsstaatlicher Politik in fortgeschrittenen demokratischen Industrienationen hat. Die gesellschaftliche Relevanz des Themas ist die folgende: demokratische Wohlfahrtsstaaten müssen reformiert werden, um mit den Folgekosten der Alterung umzugehen. Wenn die Alterung aber gleichzeitig die Nachfrage nach dieser Politik auf eine Art und Weise bestimmt, die Wählermehrheiten gegen grundsätzliche Reformen entstehen lässt, dann können gerade diese Reformen nicht umgesetzt werden, und es droht die Handlungsunfähigkeit des Staates.

Die empirische Analyse stützt sich zum einen auf quantitative Sekundäranalysen international vergleichender Umfragedaten zum Wohlfahrtsstaat und der dritten Welle des deutschen Alterssurveys. Zum anderen sollen qualitative Primärdaten durch 12 Focus Groups erhoben und analysiert werden, die nach Alter und Bildung stratifiziert sind. Ein zentrales Konzept stellt für alle Analysen die Solidarität zwischen Generationen dar, d.h. das Ausmaß mit dem Individuen bereit sind, für Mitglieder anderer Generationen materiellen Verzicht zu üben.

Veröffentlichungen:
  • Goerres, Achim und Tepe, Markus S., Of Generations, Solidarity and Politics in Twelve Ageing Welfare States: The Impact of Solidarity in the Family on Attitudes Towards Public Childcare (September 2, 2008). Verfügbar unter SSRN: http://ssrn.com/abstract=1262232
  • Goerres, Achim/Prinzen, Katrin (2009): Citizens‘ Perceptions of Intergenerational Relationships and the Role of the State in Ageing Democracies: Some Preliminary Evidence from Germany, vorgestellt auf der Konferenz „Heterogeneity and Democracy”, WZB Berlin, Juni. (wird auch vorgestellt bei der ECPR Konference in Potsdam, September 2009), verfügbar unter: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1439771
  • Goerres, Achim/Prinzen, Katrin (2009): Can we Improve the Measurement of Attitudes towards the Welfare State? A Critique of Survey Measurement with Evidence from Focus Groups, vorgestellt auf der Konferenz des DVPW-Arbeitskreises „Empirische Methoden der Politikwissenschaft“, Friedrichshafen, Juni. Verfügbar unter: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1439758
  • Goerres, Achim/Prinzen, Katrin (2009): The Using Mixed Methods for the Analysis of Individuals in Political Science: The Example of Attitudes Towards the Welfare State and Solidarity between Generations, vorgestellt am Methodenzentrum Universität Oldenburg, Deutschland, Februar, verfügbar unter: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1334773


Weitere Informationen und Veröffentlichungen siehe Projekt-Homepage


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Projekt "Datenbank Makroindikatoren", gefördert aus Mitteln des Zentrums für Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung (Projektleiter: Prof. Dr. H.J. Andreß, Mitarbeiter: Dr. Ingo Rohlfing, Hawal Shamon), 2007-2008

Empirische Forschungen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften untersuchen häufig die Handlungen und Einstellungen individueller (Personen) und kollektiver Akteure (Betriebe, Parteien, Gewerkschaften, Organisationen). Das Verhalten der Akteure ist dabei von institutionellen Rahmenbedingungen abhängig, also von formellen und informellen Regeln und Normen. Die institutionellen Rahmenbedingungen sind wiederum historische Konstrukte, die auf frühere Handlungen und Entscheidungen der Akteure zurückgehen. Institutionelle Rahmenbedingungen bestimmen die Anreizstruktur der Handlungssituation. Dabei kann es sich um (lokale, gruppenbezogene) Regeln und Normen im Nahbereich handeln oder auch um (globale, nationale) Regeln und Normen, die die gesamte Gesellschaft betreffen.

Die zu entwickelnde Datenbank soll quantitative Indikatoren für ausgewählte institutionelle Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene erfassen (daher die Bezeichnung "Makroindikatoren"). Untersuchungseinheiten sind die in der OECD zusammengeschlossenen Nationalstaaten. Für jeden Indikator soll jeweils eine längere Zeitreihe erstellt werden, die den Zeitraum seit den 1960er Jahren erfasst. Der Oberbegriff "institutionelle Rahmenbedingungen" ist weit gefasst und bedarf im Laufe der Projektarbeiten einer weiteren Eingrenzung. Prinzipiell sind aber alle gesellschaftlichen Subsysteme eingeschlossen: politisches System (inkl. System der sozialen Sicherung), Wirtschaftssystem (inkl. das System der Arbeitsbeziehungen) sowie Institutionen der Zivilgesellschaft (z.B. Familienrecht) und der Kultur (inkl. des Bildungs- und Wissenschaftssystems).

Veröffentlichungen:
  • Ingo Rohlfing (2008): Do you know your data? Criteria for dataset quality. Cologne: Project "Database of Macro Indicators", Working Paper No. 1
  • Ingo Rohlfing: Measuring good governance - comparison of three data sets. Cologne: Project "Database of Macro Indicators", Working Paper No. 2
  • Hawal Shamon, Hans-Jürgen Andreß (2009): Daten über die personelle Einkommensverteilung – Was man beachten sollte. Cologne: Project "Database of Macro Indicators", Working Paper No. 3


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Projekt "Working Poor in Western Europe", gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projektleiter: Prof. Dr. H.J. Andreß, Mitarbeiter: Marco Gießelmann, Henning Lohmann), 2006-2008:

Dieses Projekt hat zum Ziel, europäisch vergleichend das Ausmaß und die Struktur von Armut von Erwerbstätigen zu analysieren. Armut von Erwerbstätigen wird dabei als eine mögliche Konsequenz der Umgestaltung sozialer Sicherungssysteme und der Flexibilisierung und Deregulierung von Arbeitsmärkten betrachtet. Die bisherige Forschung bearbeitet das Thema rein deskriptiv oder konzentriert sich auf einzelne Ursachen wie z.B. das Ausmaß von Niedriglohnbeschäftigung. Das geplante Projekt liefert daher zunächst eine umfassende Darstellung der Unterschiede in den länderspezifischen Rahmenbedingungen, um diese als Erklärung für das Ausmaß und die Struktur von Armut von Erwerbstätigen zu verwenden. Fragestellungen, die sich insbesondere auf Deutschland beziehen, werden auf der Basis repräsentativer Längsschnittdaten, dem sozioökonomischen Panel (SOEP); bearbeitet. Für allgemeine internationale Vergleiche werden Analysen auf Basis des europäischen Haushaltspanels (ECHP) durchgeführt. Zusätzlich werden in dem geplanten Projekt Kooperationen mit Forschern aus einer Reihe von europäischen Ländern angestrebt. Diese Experten dienen einerseits als Ansprechpartner für ihr jeweiliges Land, steuern aber andererseits selbst länderspezifische Analysen zum Thema bei.

Weitere Informationen und Veröffentlichungen siehe Projekt-Homepage


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Projekt "Macht in Partnerschaften und ihre Zusammenhänge mit Finanzorganisation und Hausarbeitsverteilung", gefördert aus Mitteln des Zentrums für Empirische Wirtschafts- und Sozialforschung und des Lehrstuhls für Empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung (Projektleiter: Prof. Dr. H.J. Andreß, PD Dr. Ina Grau, Mitarbeiter: Ravena Penning, Andreas Lingnau), 2005-:

Das Projekt beschäftigt sich mit der Machtverteilung zwischen Mann und Frau in Partnerschaften. Theoretische Grundlagen sind ressourcentheoretische und familienökonomische Überlegungen, die Interdependenz- und Investitionstheorie und das Prinzip des geringeren Interesses. Macht wird differenziert in eine strukturelle und eine interaktionistische Komponente. Die Bedeutung der Machtrelationen zwischen den Partnern ergibt sich daraus, dass sie 1. Verhandlungen zwischen Partnern beeinflusst, die sich etwa auf Aufgabenverteilung im Haushalt sowie Geldverwaltung und -verwendung beziehen, und dass sie 2. einen direkten Einfluss auf die Beziehungsqualität und damit indirekt auch auf die Beziehungsstabilität hat. Ziel des Projekts ist es, inhaltliche Zusammenhänge zwischen der Machtverteilung zwischen Mann und Frau und der partnerschaftlichen Finanzorganisation und Hausarbeitsverteilung aufzuzeigen und zu überprüfen. In einem ausführlichen Pretest wurden zunächst die Messinstrumente zur Erfassung der Machtverhältnisse, Geldverwaltung, Geldverwendung und Verteilung von Hausarbeit in der Partnerschaft entwickelt und validiert. Diese Messinstrumente werden dann in der anschließenden Haupterhebung zur Überprüfung der inhaltlichen Zusammenhänge eingesetzt.

Weitere Informationen und Veröffentlichungen siehe Projekt-Homepage


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Projekt "Die ökonomischen Risiken von Trennung und Scheidung im Ländervergleich", gefördert aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Projektleiter: Prof. Dr. H.J. Andreß, Mitarbeiterinnen: Dina Hummelsheim, Barbara Borgloh, Miriam Güllner), 2003-2005:

Es ist anzunehmen, dass die wirtschaftlichen Veränderungen, die Trennung und Scheidung auslösen, ganz erheblich von dem gesellschaftlichen Kontext abhängen, in dem sie stattfinden. Ob und in welcher Weise die beteiligten Personen wirtschaftlich betroffen sind, ist eine Frage der verschiedenen Unterhaltsquellen, auf die im Falle der Auflösung einer Partnerschaft zurückgegriffen werden kann. Drei Sicherungssysteme werden üblicherweise unterschieden: Familie, Markt und Staat, deren spezifische Ausgestaltung und Konfiguration ("welfare mix") je nach nationalem Kontext variiert. Ausgehend von der (sozialpolitischen) Frage, wie sich die wirtschaftlichen Risiken von Trennung und Scheidung absichern lassen, sollen typische Konfigurationen der drei Sicherungssysteme Familie, Markt und Staat in den westlichen Industriestaaten herausgearbeitet werden. Die zentrale Frage wird dabei sein, welches Ausmaß an Autonomie die jeweilige Konfiguration (der jeweilige "Wohlfahrtsmix") den ökonomisch schwächeren Mitgliedern einer Familie bietet. Dies sind in der Mehrzahl der Fälle die Frauen und ihre (abhängigen) Kinder. Auf der Basis einer entsprechenden Ländertypologie sollen dann mit Hilfe verschiedener nationaler Querschnitts- und Paneldaten die wirtschaftlichen Risiken von Trennung und Scheidung abgeschätzt werden.

Weitere Informationen und Veröffentlichungen:
  • Projektantrag.
  • Hans-Jürgen Andreß, Barbara Borgloh, Miriam Bröckel, Marco Giesselmann, Dina Hummelsheim (2006): The economic consequences of partnership dissolution. A comparative analysis of panel studies from five European countries. European Sociological Review 22, 5 (December 2006)
  • Hans-Jürgen Andreß, Dina Hummelsheim (eds.) (forthcoming): When Marriage ends: Economic and social consequences of partnership dissolution. Cheltenham 2008: Edward Elgar



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Projekt "Wozu Statistik? Antworten aus sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften", (Projektleiter: Prof. Dr. H.J. Andreß), 2000-:

In diesem Projekt sollen Forschungsergebnisse aus führenden sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften multimedial aufbereitet werden, so daß sie im Rahmen von Statistik-Veranstaltungen des Grundstudiums verwendet werden können, um Themenblöcke einleitend inhaltlich zu motivieren, um daraus Übungsaufgaben zu konstruieren oder um Anregungen für weitergehende selbständige Analysen der Studierenden geben zu können.

Weitere Informationen und Veröffentlichungen: s. getrennte Homepage des Projektes MME.


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